„Meine Mutti ist Abteilungsleiter, alle Tage steht sie ihren Mann…“ – Das Frauenbild in der DDR


Befragt man die ältere Generation in Ostdeutschland, scheint es die Frauenfrage im Sozialismus nicht gegeben zu haben: Frauen arbeiteten, ließen sich scheiden und wurden Bürgermeister, sie waren – im Guten wie im Schlechten – Genossen unter Genossen, von feministischen Sperenzchen weit entfernt. Bald schon schrieb sich der sozialistische Staat die erfolgreiche Emanzipation der Frau auf die roten Fahnen und demonstrierte so seine Überlegenheit gegenüber dem Klassenfeind. Diesem Mythos der abgeschlossenen Emanzipation soll in der Veranstaltung auf den Grund gegangen werden.
Beleuchtet wird die Ideologie der völlig gleichgestellten Frau, die alle kapitalistisch-kleinbürgerlichen Konventionen hinter sich gelassen hat, die abtreiben und splitternackt am Ostseestrand liegen darf – tatsächlich aber unter der Doppelbelastung Arbeit und Familie ächzt und dabei aber noch als das neue sozialistische Subjekt erstrahlen und sich ruhig in die Obhut des Vaters Staat begeben solle, der das mit ihrer Emanzipation schon regeln werde. Gerade viele der, im DEFA-Film fast ausschließlich von männlichen Regisseuren in Szene gesetzten Frauenfiguren verkörpern dieses neue sozialistische Ideal. In der Veranstaltung soll auch anhand einer Auswahl von Filmausschnitten den gängigen Frauenbildern auf den Grund gegangen werden.

hier ein etwas ausführlicheres Thesenpapier