„Ich werde sein, was Sie wollen, das ich sein soll.“ – Die Geschichte der O: kritische Lesung und Diskussionsveranstaltung


1954 veröffentlichte Pauline Réage eine der bekanntesten SM-Romane: Die Geschichte der O. Dieses Buch hat enormen Aufruhr ausgelöst. Die Kritiker lobten das Werk als „anspruchsvolle Pornographie“ oder zerschmetterten es aufgrund „sexualfaschistischer“ Intentionen.
Die Protagonistin O wird in eine illustre Gemeinschaft eingeführt, in der sie jederzeit und für jeden Mann sexuell verfügbar zu sein hat.
So demütigend diese Situation für sie ist, überrascht es umso mehr, daß sie unverzüglich, bewußt und freiwillig ihren eigenen Willen aufgibt und sich den Regularien fügt.
Das Buch verdankt seine Resonanz wohl der sonst oft tabuisierten, vermutlich weit verbreiteten weiblichen sexuell-masochistischen Phantasien.
In der Veranstaltung soll die Ursache der Attraktivität derartiger Phantasien auf den Grund gegangen werden.
„O strebt nach der Vernichtung, und die Demütigung ist die absolute Vernichtung.“ (P. Réage)
Inspiriert durch die „Geschichte der O“ gründete sich in den 80er Jahren eine feministisch-lesbische Gruppe, die überzeugt war, daß sadomasochistische Praktiken durchaus in Übereinstimmung mit dem Feminismus möglich sind.
Ist gewalttätige, auf Basis hierarchischer Strukturen, praktizierte Sexualität von vornherein antifeministisch und antiemanzipatorisch?
Handelt es sich bei diesem Werk um zulässige, lustvolle Pornographie?
Ist emanzipatorische Pornographie überhaupt möglich?
Es werden Auszüge aus dem Buch gelesen und aus dem Erotikfilm „Die Geschichte der O“ gezeigt. Anschließend soll die Diskussion über das Werk und seine Relevanz eröffnet werden.

hier ein etwas ausführlicheres Thesenpapier